17 620
- HS - |
Das süße Jenseits. Hollywood und die Frage nach der Religiosität
(2 SWS) (03.4 EU); kombinierbar mit V 17375 oder für V-Modul FiGe mit HS 17621 und für V-Modul FiThe/Ästh mit HS 17625 oder HS 17626. Di 12.00-14.00 - Grunewaldstr. 35, SR III (Seminarraum) Sichtung: Di 09.00-12.00 - Hörsaal (Grunewaldstr. 35) |
(17.10.) |
Hermann Kappelhoff |
Seit einigen Jahren kommen Hollywoodfilme ins Kino, die sich mehr oder weniger explizit mit der Frage nach den Grenzen einer dem menschlichen Bewusstsein verfügbaren Welt auseinander setzen. Es sind Filme, die danach fragen, inwieweit die Erfahrung der Freundschaft, der Familie, der Liebe und der Arbeit einen Wertehorizont sozialen Lebens stiften kann; sie thematisieren in der Erfahrung des Todes, der Sexualität, der anonymen Sozialität eine Dimension menschlicher Existenz, die sich den materialistischen Weltdeutungen und tradierten moralischen Bezügen entzieht. Die Filme verhandeln diese Erfahrungen als ein Jenseits der menschlichen Welt, über das sich gerade nicht in religiös fundierten Weltdeutungen umstandslos verfügen lässt.
Obligatorische Arbeitsleistungen: regelmäßige Teilnahme an der Filmsichtung, Referatsübernahme. Die Modulprüfungsleistung besteht in einer schriftlichen Hausarbeit (ca. 15 Seiten, 4500 Wörter) = V-Typ I oder in einer mündlichen Prüfung (20 min) = V-Typ II. |
| |
| Raumänderung! |
17 621
- HS - |
Trümmer und Träume. Deutsche Nachkriegsfilme Ost und West
(2 SWS) (03.4 EU); kombinierbar mit V 17375 oder HS 17620. Do 18.00-20.00 - Grunewaldstr. 35, SR I (Seminarraum) |
(26.10.) |
Wolfgang Jacobsen |
Wie verdichtet Film die politische Zeit? Wie erzählen Autoren und Regisseure – und mit welchen Erfahrungen – vom Alltag nach dem Krieg und wie vom Alltag im Krieg? Welche Bilder finden Kameraleute hierfür? Die Frage nach der Kontinuität oder auch Diskontinuität des deutschen Films nach 1945, im Osten wie im Westen, ist nicht prinzipiell beantwortbar, wohl aber individuell. Die sogenannte „Stunde Null“ war kein wirklicher Neuanfang mit Besinnung. Eine wirkliche Formdebatte, geschweige denn eine politische leistete sich der deutsche Nachkriegsfilm nicht. Im Seminar sollen filmpolitische wie filmästhetische Fragestellungen zum deutschen Nachkriegsfilm entwickelt und diskutiert werden. Das schließt das Heranziehen von Filmen aus der NS-Produktion mit ein.
Die Prüfungsleistung besteht in einer schriftlichen Hausarbeit (ca. 15 Seiten, 45000 Wörter). |
| |
| Raumänderung! |
17 622
- HS - |
Berliner Schule
(2 SWS) (03.4 EU); kombinierbar mit V 17375 oder HS 17623. Fr 10.00-12.00 - Grunewaldstr. 35, SR I (Seminarraum) Sichtung: Fr 12.00-14.00 - Grunewaldstr. 35, Hörsaal |
(27.10.) |
Volker Pantenburg |
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass eine der interessantesten Strömungen des zeitgenössischen deutschen Kinos in einer zukünftigen Filmgeschichte als „Berliner Schule” verzeichnet sein wird. Regisseure wie Thomas Arslan, Christian Petzold oder Angela Schanelec, die Anfang der 1990er Jahre an der Berliner DFFB studierten, wurden aufgrund einer neuen Aufmerksamkeit für Alltagsphänomene, aber auch aufgrund ihrer Differenzen zu deutschen Erfolgskomödien der 1980er Jahre spätestens um die Jahrtausendwende zunächst im Feuilleton gemeinsam diskutiert und dann als Gruppe wahrgenommen. Mit einer potentiellen „2. Generation“ von Wahlberliner Filmemachern wie Christoph Hochhäusler, Benjamin Heisenberg, Ulrich Köhler oder Henner Winckler und der Wahrnehmung im Ausland („Nouvelle Vague allemande“) hat sich der Eindruck verstärkt, man habe es mit einer konsistenten und beschreibbaren gemeinsamen Ästhetik zu tun.
Das Seminar versucht, in Sichtungen, Einzelanalysen und Filmgesprächen mit Gästen, diese Zuschreibungen und die damit verbundenen Arbeiten historisch und systematisch zu perspektivieren: Inwiefern lässt sich die „Berliner Schule“ vom deutschen Autorenfilm der 1970er Jahre oder anderen regional definierten Zusammenhängen (Münchener Gruppe um Klaus Lemke und Rudolf Thome) herleiten? Wie verhält sie sich zum ökonomisch erfolgreicheren Kino von Tom Tykwer, Fatih Akin und Oskar Roehler? Welche Bedeutung hat ein im italienischen Neorealismus etabliertes und für das Kino der französischen „Deuxième Nouvelle Vague“ der 1970er und 80er Jahre prägendesVerfahren wie die Sequenzeinstellung? Zudem soll die mittlerweile kanonisierte Gruppierung mit Filmen konfrontiert werden, die vor einem ähnlichen Hintergrund Anfang der 1990er Jahre entstanden waren, heute jedoch aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden sind.
Filme u.a. von Thomas Arslan, Ulrich Köhler, Angela Schanelec, Christoph Hochhäusler, Christian Petzold, Wolfgang Schmidt und Maria Speth.
Das Seminar findet in Kooperation mit Michael Baute und Simon Rothöhler statt.
Obligatorische Arbeitsleistung: zusätzliche Filmsichtungen und schriftliche Filmkommentare. Die Prüfungsleistung besteht in einer schriftlichen Hausarbeit (ca. 15 Seiten, 4500 Wörter) = V-Typ I; oder in einer mündlichen Prüfung (20 min) = V-Typ II. |
| |
| Raumänderung! |
17 623
- HS - |
Genrekino
(2 SWS) (03.4 EU); kombinierbar mit V 17375 oder HS 17622. Mo 18.00-20.00 - Grunewaldstr. 35, SR I (Seminarraum) Sichtung: Mo 16.00-18.00 - Grunewaldstr. 35, SR I (Seminarraum) Die Lehrveranstaltungen am 16. und 23.10.06 (18-20 Uhr) finden im SR II statt. |
(16.10.) |
Bernhard Groß |
Das Seminar will einerseits die gängigen Theorien zum Genrekino erarbeiten und vergleichend analysieren. Dabei geht es nicht nur im engeren Sinne um Theorien des Genrekinos, sondern auch das Verständnis der kulturanthropologischen Funktion von Genres in den Künsten. Diese doppelte Perspektivierung soll einen historiografischen Aufriss des Verständnisses von Genre als Funktion des Archetypischen, des Mythos, von Machtverhältnissen, Geschlechterzuschreibungen, aber auch eines spezifischen Weltverstehens ermöglichen. Dies schließt insbesondere die Rolle des Zuschauers in den Prozess der Genrebildung mit ein. In Querschnitten durch verschiedene Genres und historische Zeitpunkte will das Seminar dann in vergleichenden Filmanalysen das Verhältnis von Film und Zuschauer herausarbeiten.
Literatur zur Vorbereitung: Rick Altman, Film/Genre, London 1999.
Obligatorische Arbeitsleistungen: Übernahme eines Referats (auch in Kleingruppen) von ca. 20 Minuten, Erstellen eines Thesenpapiers zum Referat; Moderation der ans Referat anschließenden Plenumsdiskussion, regelmäßige Teilnahme an den Filmsichtungen. Die Modulprüfungsleistung besteht in einer schriftlichen Hausarbeit (ca. 15 Seiten, 4500 Wörter) = V-Typ I; oder einer mündlichen Prüfung (20 min) = V-Typ II. |
| |
17 624
- HS - |
Computerspiele und Medientheorie
(2 SWS) (03.4 EU); kombinierbar mit HS 17618 "Transmediale Narrativität" vom SoSe 2006 oder mit V 17375. Do 16.00-18.00 - Grunewaldstr. 35, SR III (Seminarraum) |
(19.10.) |
Judith Keilbach |
Die Beschäftigung mit Computerspielen findet in der Medienwissenschaft zunehmend unabhängig von der Frage nach deren vermeintlich schädlichen Auswirkungen statt, die zu beantworten die Medienwirkungsforschung sich bemüht. Ins Zentrum des Interesses rückt vielmehr die Entwicklung theoretischer Konzepte, um Computerspiele sowie ihre Funktionsweisen und Subjekteffekte beschreibbar zu machen. Hierzu tragen verschiedene Fachdisziplinen bei, die ganz unterschiedliche Aspekte von Computerspielen in den Blick nehmen – können diese doch beispielsweise sowohl als Programmcode als auch Textform oder als Dispositiv, als soziale Handlung ... usw. verstanden werden. Aufgrund verschiedener Strukturähnlichkeiten ist es dabei nicht zuletzt die Filmwissenschaft, die maßgebliche Modelle zur Theoretisierung von Computerspielen beisteuern kann.
Ziel des Seminars ist die Erarbeitung unterschiedlicher Ansätze und die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Computerspielen, wie sie beispielsweise die Ludologie, die Narrationstheorie oder die Intermedialität bieten. Darüber hinaus werden die verschiedenen Spieldispositive (von Arcade- über Konsolen-Spiele hin zu Handhelds) in den Blick zu nehmen, die Relevanz von Genrekategorien zu befragen und die Form der Beteiligung des Spielers / der Spielerin (Immersion) zu erörtern sein. Die für das Seminar relevanten Texte sind als Reader erhältlich.
Obligatorische Arbeitsleistungen: Referat (ggf. in Gruppen, Übernahme kleinerer Arbeitsaufgaben. Die Modulprüfungsleistung besteht in einer schriftlichen Hausarbeit (ca. 15 Seiten, 4500 Wörter) = V-Typ I oder einer mündlichen Prüfung (20 min) = V-Typ II. |
| |
17 625
- HS - |
Bild – Erzählung – Ereignis. Theoretische und filmische Positionen zur Medienästhetik des Films
(2 SWS) (03.4 EU); kombinierbar mit V 17375 oder HS 17620 oder HS 17626. Mi 18.00-20.00 - Grunewaldstr. 35, SR II (Seminarraum) |
(18.10.) |
Thomas Morsch |
Das Seminar bietet ein Forum zur Diskussion vorwiegend aktueller Beiträge der Filmtheorie und Filmphilosophie, die sich um Bestimmungen des Films als Erzählmedium oder als Bildmedium gruppieren, bzw. den nicht-repräsentationalen, performativen und ereignishaften Aspekten des filmischen Mediums Aufmerksamkeit schenken. Neben theoretischen Texten sollen auch Filme in die Diskussion einbezogen werden, die als Beitrag zur Medienästhetik interpretiert werden können. Zur Lektüre vorgesehen sind Texte von Gilberto Perez, Robert B. Ray, Jacques Rancière, Jean-Luc Nancy, Vivian Sobchack, Noël Carroll, u.a. Eigene Vorschläge der SeminarteilnehmerInnen (seien es einzelne Texte, Filme oder filmtheoretische Positionen, die als Desiderat empfunden werden) sind durchaus erwünscht (am besten per email unter tmorsch@zedat.fu-berlin.de).
Obligatorische Arbeitsleistung: Vorstellung eines Texts oder eines Films im Rahmen eines Referats bzw. ggf. Gruppenreferats. Die Modulprüfungsleistung besteht in einer schriftlichen Hausarbeit (ca. 15 Seiten, 4500 Wörter) = V-Typ I oder einer mündlichen Prüfung (20 min) = V-Typ II. |
| |
| Raumänderung! |
17 626
- HS - |
Theorie und Ästhetik des Undergroundkinos
(2 SWS) (03.4 EU); kombinierbar mit V 17375 oder HS 17620 oder HS 17625. Mi 14.00-16.00 - Grunewaldstr. 35, SR I (Seminarraum) Sichtung Mi 12.00-14.00 - Grunewaldstr. 35, SR I (Seminarraum) |
(25.10.) |
Marc Siegel |
Das Seminar beschäftigt sich mit dem Bereich des Experimentalfilms und der Filmkultur, der als Underground bezeichnet wird. Underground ist seit den 1960ern ein gültiger Begriff um verschiedene unkommerzielle und gegenkulturelle Filme zusammen zu gruppieren. Diese Bezeichnung ist nach wie vor schwer von verwandten Begriffen wie Experimental, Avant-Garde, oder Independent zu trennen. In den 60ern war Underground sexuell und politisch provokativ: Er versprach etwas Geheimes, etwas Unpassendes. Wenn heutzutage auch angeblich skandalöse Filme Teil des Kommerzes sind, fragt man sich, ob es überhaupt noch möglich ist, Underground zu sein. "You Killed the Underground" heißt es in dem Titel des preisgekrönten neuen Film von Wilhelm Hein (Bester Deutscher Experimentalfilm 2005). Zeigt aber Heins Film nicht das Gegenteil, dass nämlich der Underground Film noch lebt, oder zumindest noch belebt und erlebt werden kann? Mit diesen Fragen im Hintergrund werden wir anhand zahlreicher Filmbeispiele, die in einer begleitenden Filmreihe im Kino Arsenal laufen werden, die Geschichte, die Theorie und die soziale und politische Relevanz des Undergroundfilms genauer untersuchen. Unsere besondere Aufmerksamkeit richten wir auf die Filme des amerikanischen Underground der 60er und dessen Einfluss auf die Entwicklung einer europäischen Undergroundfilmkultur. So sehen wir neben Filmen von Andy Warhol und Jack Smith deutsche und österreichische Filme von Wilhelm Hein, Otto Mühl, und Kurt Kren und sogar Filme aus Frankreich von Philippe Garrel, Jackie Raynal, Pierre Clémenti. Unser Interesse gilt nicht nur den Filmen selber, sondern auch der Filmszene, in der solche herausragenden Filme entstanden sind. Wie dieser sexuell-, politisch-, und drogengeprägte Kontext in den Filmen seine Spuren hinterlassen hat, wird zu analysieren sein. Das Seminar und die Filmreihe erläutern u.a. wie in der politisch-turbulenten und ästhetisch-abenteuerlichen Atmosphäre der 1960er eine produktive Befruchtung der Filmszenen zustande kam – nicht nur Underground sondern auch Übersee. Gelesen werden Texte von verschiedenen FilmemacherInnen und von WissenschaftlerInnen, wie z.B. Peter Wollen, Juan Suarez, Sally Shafto und Birgit Hein.
Obligatorische Arbeitsleistungen: regelmäßige Teilnahme an der Filmsichtung, Referatsübernahme. Die Modulprüfungsleistung besteht in einer schriftlichen Hausarbeit (ca. 15 Seiten, 4500 Wörter) = V-Typ I oder einer mündlichen Prüfung (20 min) = V-Typ II. |
|