Archiv der Online-Vorlesungsverzeichnisse

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Hauptseminare

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HS -
Das Kommentar zum Pentateuch von Moses ben Nachman
(2 SWS)
Mi 9.00-11.00  - Habelschwerdter Allee 45, JK 25/208
(20.10.) Giulio Busi
Darstellung von Inhalt und Methode der Bibelexegese von Moses ben Nachman, mittels einer Auswahl von Passagen aus dem Perush ha-Torah. Die Texte werden im hebräischen Original gelesen.
Bibliographie: Moses ben Nachman, Perush ha-Torah
Sprechstunden
Giulio Busi: Do 15.00 - 18.00
 
14 554
HS -
Einführung in die Liturgie der Hohen Feiertage
(2 SWS)
Mo 10.00-12.00  - Habelschwerdter Allee 45, JK 26/139
(18.10.) Annette Böckler
Die jüdischen Gottesdienste an Rosch ha-Schana und Jom Kippur haben einen sehr eigenen Charakter. Das Seminar führt – nach einer grundsätzlichen Einführung in den jüdischen Gottesdienst – anhand von Textanalysen ausgewählter hebräischer Texte in die Struktur und Themen der Hohe-Feiertags-Gottesdienste ein. Ziel ist das Erlernen der Fähigkeit, liturgische Texte wissenschaftlich zu interpretieren. Durch den Vergleich verschiedener Machsorim werden zugleich typische Merkmale der verschiedenen Strömungen des Judentums deutlich werden. Voraussetzung sind solide Grundkenntnisse im biblischen und rabbinischen Hebräisch. Erwartet wird die Bereitschaft, Texte zuhause zu übersetzen. Ein Leistungsschein kann durch die Übernahme eines Referates erworben werden.
Einführende Literatur: Annette Böckler, Jüdischer Gottesdienst. Wesen und Struktur, Berlin 2002. Stefan C. Reif, Judaism and Hebrew Prayer, Cambridge 1993, Seder ha-Tefillot. Das jüdische Gebetbuch, hg. Von Jonathan Magonet in Zus. mit Walter Homolka. Deutsche Übersetzung: Annette Böckler. Band II: Gebete für die Hohen Feiertage, Gütersloh 1997, Leo Trepp, Der jüdische Gottesdienst. Gestalt und Entwicklung, Stuttgart 1992. Weitere Literatur wird während des Seminars vorgestellt werden.
 
ACHTUNG! ÄNDERUNG DES BEGINNS
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HS -
Das Buch Bahir
(2 SWS)
Mo 16.00-18.00  - Habelschwerdter Allee 45, KL 26/130
(1.11.) Saverio Campanini
Das Buch Bahir ist ein frühes Dokument der Kabbala. Häufig gelesen, zitiert und übersetzt, fasziniert das Buch wegen seiner aphoristischen Struktur und seiner esoterischen Sprache. Das Seminar bietet eine Einführung in die Lektüre des Werkes und in die Geschichte seiner Rezeption sowohl in der jüdischen als auch in der christlichen Tradition.
Einführende Literatur: G. Scholem, Das Buch Bahir, Darmstadt 1980.
Sprechstunden
Saverio Campanini: Mo 15.00 - 16.00
 
ACHTUNG! ORT- UND RAUMÄNDERUNG
14 555
HS -
Ludwig Geiger: Judentum im Wilhelminischen Deutschland
(2 SWS)
Do 10.00-12.00  - Habelschwerdter Allee 45, KL 29/111
(21.10.) Klaus Herrmann,
Wolfgang Neuber
Ludwig Geiger (geb. 1848 in Breslau als Sohn des bedeutenden Reformrabbiners Abraham Geiger, gest. 1919 in Berlin), Literatur- und Kulturhistoriker, seit 1870 an der Berliner Universität tätig (wo er als Jude nicht über den Status eines Extraordinarius hinauskam), hat bereits als junger Gelehrter in seiner Reuchlinbiographie (1870) und verschiedenen Studien zu Renaissance und Humanismus (Petrarca 1874; Renaissance und Humanismus in Deutschland 1882; seit 1875 bis zu seinem Tod war er Bearbeiter von Jacob Burckhardts epochalen Werk Die Cultur der Renaissance in Italien) ein kulturhistorisches Programm entwickelt, wonach jedwedes Studium von Geschichte, Kultur und Sprache, mag es historisch oder philologisch auch noch so gelehrt und bedeutend erscheinen, seinen eigentlichen Sinn verfehlt hat, wenn es nicht zu Toleranz, Meinungsfreiheit und Humanität führt. So ist Geigers literatur- und kulturgeschichtliche Arbeit von Anfang an auch Ausdruck liberal-jüdischen Lebens im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Deutschland. In den folgenden Jahren hat Geiger seine Tätigkeit mehr und mehr auf das Gebiet der Goethe-Philologie verlegt (wo der Beitrag "Goethe und die Juden" nicht fehlen darf und Geigers Name insgesamt für die besondere Goetheverehrung im Judentum steht). Als Herausgeber des von ihm 1880 begründeten Goethe-Jahrbuchs musste er jedoch 1913 aufgrund seines Judeseins zurücktreten . In seinen 1903/04 an der Berliner Universität gehaltenen Vorlesungen stellte er als einer der ersten Literaturwissenschaftler die Frage nach der deutsch-jüdischen Literatur; 1910 veröffentlichte er diese Vorträge unter dem Titel Die deutsche Literatur und die Juden. Neben seinen allgemeinen kulturhistorischen Arbeiten hat Geiger Werke zur Geschichte der Juden in Deutschland verfasst (vor allem seine zweibändige Geschichte der Juden in Berlin (1871) ist hier zu nennen, die bis heute ein Standardwerk geblieben ist) und in verschiedenen jüdischen Gremien mitgewirkt (er war jahrelang Mitglied der Berliner Repräsentatenversammlung und gehörte dem Vorstand des Gesamtarchivs der deutschen Juden, dem Kuratorium der Zunz-Stiftung und der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums an). Geiger war schon zu seinen Lebzeiten antijüdischen Attacken ausgesetzt, nach seinem Tod wurde er bald vergessen, auch im Judentum (hier vor allem aufgrund seiner radikal-liberalen und dabei dezidiert antizionistischen Haltung). Sinnbild für diese Situation ist nicht zuletzt seine Privatbibliothek, die heute in der Stadtbücherei Berlin-Wilmersdorf zwischen ausgedienten Computern und Altpapiertonnen verstaubt (ein Besuch der Bibliothek und ggf. des Archivs der Humboldt-Universität stehen ebenfalls auf dem Seminarplan). Erst in jüngster Zeit ist ein neues Interesse an Geiger erwacht, das sich bisher jedoch vor allem auf seine Goethestudien und seinen Beitrag zur deutsch-jüdischen Literatur konzentriert. In dem Seminar, das von GermanistInnen und JudaistInnen gemeinsam getragen wird, wollen wir versuchen, uns den sehr verschiedenen Arbeitsbereichen Geigers anzunähern.
Literatur: H.-D. Holthausen, "Ludwig Geiger (1848-1919) – Ein Beitrag über sein Leben und sein Werk unter dem Aspekt seiner Bibliothek und weiterer Archivalien", in: Menora. Jahrbuch für deutsch-jüdische Geschichte 1991, hrsg. von J.H. Schoeps, München/Zürich 1991, S. 245-265; A. Kilcher, "Was ist 'deutsch-jüdische' Literatur?. Eine historische Diskursanalyse" in: Weimarer Beiträge. Zeitschrift für Literaturwissenschaft, Ästhetik und Kulturwissenschaften, hrsg. von P. Engelmann, Wien 1999, S. 485-515; Ch. König, "Aufklärungsgeschichte. Bemerkungen zu Judentum, Philologie und Goethe bei Ludwig Geiger", in: Jüdische Intellektuelle und die Philologien in Deutschland 1871-1933, hrsg. von W. Barner und Ch. König, Göttingen 2001, S. 187-202; K. Herrmann, "Ludwig Geiger as the Redactor of Jacob Burckhardt's Die Cultur der Renaissance in Italien", Jewish Studies Quarterly 10, 2003, S. 377-400.
Sprechstunden
Klaus Herrmann: Di 11.00 - 12.00
 
14 551
HS -
Talmud Bavli, Ta'anit
(2 SWS)
Di 10.00-12.00  - Ehrenbergstr. 35, Hörsaal B
(19.10.) Tal Ilan
In diesem Seminar werden wir den Traktat Ta’anit (über Fastenvorschriften) aus dem Babylonischen Talmud behandeln, um das “Talmudlesen“ zu lernen, vor allem das Wechselspiel von Mishnah und Gemara, Hebräisch und Aramäisch sowie Aggadah und Halakhah.
Sprechstunden
Tal Ilan: Mi 1.00 - 12.00
 
14 556
HS -
Chazi ha-Menashe - Israelische satirische Bibelauslegung
(2 SWS)
Di 14.00-16.00  - Schwendenerstr. 27, Raum 3
(19.10.) Tal Ilan
In diesem Seminar soll es um die Frage gehen, wie die (heutige) israelische Gesellschaft die Hebräische Bibel benutzt, um ihre jüdische Identität zu reflektieren. Wir werden populären Journalismus lesen, Popsongs hören und TV Sitcoms sehen.
Zur Einstimmung: http://www.televizia.net/menashe.asp
Sprechstunden
Tal Ilan: Mi 11.00 - 12.00
 
(14 271)
S -
Der Religionsvergleich des Ibn Kammuna. Lektüre und Analyse seines Tanqih al-abhath li-l-milal al-thalath
(2 SWS) (16/20 cr)
Mi 8.30-10.00  - Altensteinstr. 40, SR III (Raum 210)
(20.10.) Sabine Schmidtke
Ibn Kammunas (st. 1284) Vergleich von Judentum, Christentum und Islam ist einer der bekanntesten Texte dieser Art, der in unterschiedlichem Maße von Juden und Muslimen, besonders aber von Christen bereits im lateinischen Mittelalter rezipiert wurde. Im Rahmen des Seminars soll der Text gelesen und analysiert werden. Ferner werden die unterschiedlichen Formen und Intentionen der Rezeption des Textes im christlichen, muslimischen und jüdischen Kontext untersucht.
Da sich das Seminar nicht nur an Islamwissenschaftler richtet, sondern auch an Studierende der Judaistik und christlicher Theologien, ist (nach Absprache) eine Teilnahme an dem Seminar auch ohne Arabischkenntnisse möglich. Das Seminar steht nach Absprache ferner Studierenden des 4. Semesters offen.
Anmeldung erforderlich: islamwi@zedat.fu-berlin.de
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